HISTORIE

1970 gab es in Bayern nur in München und Nürnberg Einrichtungen mit waldorfpädagogischem Konzept. Frau Berger, wohnhaft in Erlangen, war damals 43 Jahre alt und Mutter von 5 Kindern im Alter zwischen 9 und 18 Jahren. Sie suchte nach einem sinnvollen Betätigungsfeld. Frau Warko, eine befreundete Erzieherin und Anthroposophin, brachte sie auf die Idee, etwas für Kindergartenkinder auf anthroposophischer Basis in Erlangen aufzubauen. Frau Berger war von der Idee sofort begeistert. Sie schaltete eine Zeitungsannonce zur „Gründung einer Kindergartengruppe mit einer dem Kind gemäßen Pädagogik“. Innerhalb von 14 Tagen bildete sich ein Kreis von 18 interessierten Eltern mit insgesamt 20 Kindern und Frau Wohlmann die vom pädagogischen Konzept sofort überzeugt waren. Es wurde der Verein „Waldorfkindergarten Rednitztal e.V.“ gegründet. Innerhalb kurzer Zeit bildete sich eine finanzielle Grundlage durch Spenden von Eltern und Freunden, die auf ihren Urlaub verzichteten oder ihre Rücklagen beschnitten. Im September 1970 nahm eine Kindergartengruppe provisorisch im Jugendzentrum Erlangen ihren Betrieb auf. Nach den bescheidenen Anfängen im Jugendzentrum fand die Elternschaft im November 1970 ein Haus mit drei kleinen Räumen und einem großen Garten für 150 000,- DM. Bis Weihnachten mussten alle Behörden ihren Segen geben und der Kauf abgeschlossen sein, um die notwendigen Zuschüsse zu bekommen. Mit Hilfe einer großzügigen Spende der Sparkasse konnte der Kauf abgeschlossen werden.
1971 Mit großem Einsatz der Eltern wurde das Haus renoviert und umgebaut, so dass es im September 1971 bezogen werden konnte. Eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe konnte die wachsende Nachfrage nicht abdecken. Trotz sinkender Geburtenzahlen musste 80 Kindern abgesagt werden.
1973 Aufgrund der anhaltenden großen Nachfrage wurde 1973 der Anbau beschlossen. Trotz der Erweiterung auf zwei Kindergartengruppen konnte der Bedarf weiterhin nicht gedeckt werden. Immer mehr Kinder mussten abgewiesen werden (100 Absagen pro Jahr waren üblich).
1978 Der Verein entschied sich für einen Neubau mit drei Gruppenräumen. Die Eltern übernahmen die Elektroinstallation, die Fliesenarbeiten, die Holzverkleidungen, alle Malerarbeiten, das Pflastern u.v.m. Durch diese Eigenleistung konnten die Gesamtkosten von 1,36 Mio. DM um 160.000 DM gesenkt werden. Der Rest wurde finanziert durch öffentliche Zuschüsse, Elternbürgschaften, Elterndarlehen, dem Verkaufspreis des alten Gebäudes, Darlehen der GLS Bank und einer großzügigen Spende der Stadtsparkasse. Diese Zeit, in der Eltern, Freunde und Erzieherinnen Seite an Seite für unzählige Stunden gearbeitet haben „schuf ein ungeheures „Wir-Erleben“, von dem der Kindergarten noch lange zehrte. Dieses Miteinander hat sich vielen Menschen als Lebensakzent eingeprägt. Der Waldorfkindergarten Rednitztal e.V. wurde zum Waldorfkindergarten e.V. Erlangen.
1986 Die Waldorfschule Nürnberg eröffnete Außenklassen in angemieteten Räumen in Erlangen.
1990 Die Elternschaft aus diesen Klassen und ein Großteil der Kindergarteneltern gründete 1990 eine Schulinitiative. Diese Initiative konnte noch im gleichen Jahr die Grundsteinlegung für die neue Waldorfschule in Erlangen neben dem Kindergarten feiern. Mit der Eröffnung der Schule wurden immer mehr Menschen auf die Waldorfpädagogik in Erlangen aufmerk­sam, so dass die Warteliste im Kindergarten trotz erneut sinkender Geburtenzahlen Anfang der 90er Jahre stark anstieg. Durch das geforderte Engagement in der Waldorfschule hatten viele Eltern immer weniger Zeit für den Kindergarten. Dennoch gab es noch immer Eltern aus der Gründungszeit, die selbst nach Austritt ihrer Kinder im Verein, tätig waren.
1990-2000 Monatliche Fortbildungen für Eltern zu Themen für Kinder von 0-4 Jahren.
ab 1990 Patenschaft mit der russischen Waldorfgruppe Wladimir.
1994 Besuch der russischen Patengruppe in Erlangen. Für die Besucher wurden Besichtigungen in umliegende Einrichtungen organisiert. In den 14 Tagen arbeitete das Kollegium mit der Delegation auch praktisch und inhaltlich intensiv. Noch im gleichen Jahr besuchte Frau Köhler die Waldorfgruppe in Russland, bei der sie einen Reigen, als auch ein Puppenspiel auf Russisch mitbrachte und einen Elternabend hielt.
1994-2000 Hospitationen von Erzieherinnen aus Wladimir in Erlangen. Organisation von Patenschaften zur finanziellen Unterstützung der russischen Familien.
2007-2008 Nach großer Nachfrage von sehr jungen Kindern wird eine Kindergartengruppe in eine Kleinkindgruppe für 2-3 Jährige umgewandelt.
2008-2009 Der Kindergarten besteht aus zwei Kindergartengruppen und einer Kleinkindgruppe.
2009-2010 Der Kindergarten betreibt drei Kindergartengruppen. Das Dachgeschoss wird für eine Krippengruppe umgebaut und weitere bauliche Maßnahmen (Feuerschutztreppe etc.) werden umgesetzt.
Sept. 2010 Der Start der Krippengruppe und drei Kindergartengruppen sind geplant.